Schneedruck und Lawinen


In den vergangen Jahrzehnten und vor allem den vergangenen Jahren haben auch die Schäden durch Schneedruck und Lawinenabgänge statistisch deutlich zugenommen. Hierbei kommt vor allem zum Tragen, dass die Masse des Schneefalls deutlich zugenommen hat und gleichzeitig die Schneefallgrenze in geographischer Sicht deutlich abgesunken ist. Daraus resultieren zum einen eine erhöhte Anzahl von Lawinenabgängen und zum zweiten eine erhöhte Anzahl von durch Schneedruck verursachten Schäden an Bedachungen und Gebäuden. Bei den Schäden durch Schneemaßen und dem daraus resultierenden Schneedruck sind in erster Linie immense Schäden an den Bedachungen sowie an den mit dem Gebäude verbundenen mitversicherten Teilen zu verzeichnen. Die sinkende Schneefallgrenze und die steigende Menge des Schneefalls verursacht nicht mehr nur in Höhenlagen und wenigen Gebieten immense Schäden, sondern auch die niedrig gelegenen Gebiete sind hiervon zunehmen betroffen. Ein Zonierungssystem wie bei Überschwemmungen, Rückstau und Starkregen gibt es für die Schadensbilder Schneedruck und Lawinenabgang aber noch nicht.

Schadensbild

Lawine

Lawine

Die Schäden am versicherten Gebäude und den fest verbundenen Teilen und Gegenständen durch Schneedruck sind in den Bedingungen der Wohngebäudeversicherung und der Hausratversicherung mit Elementardeckung klar benannt. Hierunter fallen alle Schadensbilder, die aus dem Gewicht der auf dem Gebäude lastenden Schneemassen und Eismassen entstehen. Die Schäden oder die vollständige Zerstörung durch einen Lawinenabgang sind über die Elementarversicherung gedeckt. Definiert ist das Schadensbild hier durch die beim Lawinenabgang in Bewegung geratenen Schneemaßen und Eismassen, die auf das Gebäude treffen und dieses beschädigen oder zerstören. Gleichzeitig ist bei einem Lawinenabgang auch eine Druckwelle aufgrund der sich schnell bewegenden Massen an Schnee und Eis zu verzeichnen. Die Schäden durch diese Luftdruckwelle werden in vollem Umfang als Lawinenschaden definiert und sind durch die Elementarversicherung für den Hausrat und das Wohngebäude gedeckt. Schäden aus der Schneeschmelze dagegen entfallen nicht in den Versicherungspunkt des Drucks und der Lawinen. Wenn der auf dem Gebäude oder Grundstück lastende Schnee schmilzt und daraus ein Wasserschaden resultiert, entfällt dies in den Bereich der Überschwemmung des versicherten Grundstückes. Die Schneeschmelze und die daraus resultierenden Wassermassen können auch als Hochwasser eingestuft werden, wenn diese ein fließendes Gewässer über die Ufer treten lassen und dieses dann einen Wasserschaden oder einen Schaden durch einen Rückstau verursacht.