Elementarschäden am Haus und Wohngebäudeversicherung

Die wichtigste und somit grundlegende Versicherungspolice ist in Bezug auf eine eigene Immobilie die Wohngebäudeversicherung. Die Wohngebäudeversicherung sollte stets unabhängig davon vorhanden sein, ob die Immobilie selbst bewohnt wird oder aber ob sie als Vermietungsobjekt verwendet wird. Generell ist die Wohngebäudeversicherung eine kombinierte Versicherungspolice, die mehrere Schadensbilder aufgrund unterschiedlicher Vorkommnisse und Gegebenheiten deckt. Die grundlegenden Leistungen einer Wohngebäudeversicherung sind die Erstattung von finanziellen Aufwendungen bei einer Zerstörung der Immobilie, dem Totalverlust der versicherten Immobilie oder aber der Beschädigung. In der Wohngebäudeversicherung ist nicht nur die bewohnte Immobilie versichert, sondern darüber hinaus alle Gebäude und deren Bestandteile die bei der Antragsstellung vorhanden sind und entsprechend benannt werden.

Beitragsbeinflussende Faktoren

Zur Beitragsberechnung der Wohngebäudeversicherung wird neben der bereits erläuterten ZÜRS Einstufung und der Bauartklasse der zu versichernden Immobilie auch der sogenannte Wert 1914 benötigt. Der zur Beitragserhebung herangezogene Wert 1914 ist ein Rechenwert, der der Versicherungsgesellschaft den Wert des Gebäudes und somit die Versicherungssumme angibt. Der Wert 1914 ist ein reiner Rechenwert und drückt in einfachen Worten den Wert aus, den das Gebäude im Jahr 1914 gehabt hätte. Generell wird dieser in der Vergangenheit liegende Wert für jedes Gebäude ermittelt, wenn die Wohngebäudeversicherung abgeschlossen werden soll. Dabei ist es unerheblich, ob das Gebäude bereits 10 Jahre alt ist oder gerade frisch erbaut wurde. Der in D-Mark ausgedrückte Wert von 1914 ermöglicht es den Versicherungsgesellschaften, eine einheitliche Grundlage zur Wertberechnung zu schaffen, die zudem die Entwicklung des Baukostenindexes berücksichtigen kann. Zur Ermittlung des genauen Wert von 1914 stehen den Versicherungsgesellschaften umfassende Fragebögen zur Verfügung, die vom Versicherungsnehmer mit detaillierten Angaben zu einzelnen Bestandteilen der Immobilie und zu deren Wert versehen werden müssen. Bei den im Internet angebotenen Vergleichsrechner besteht die Möglichkeit den Wert 1914 zu ermitteln. Wer bereits eine Wohngebäudeversicherung hat, der kann diesen Wert den bisherigen Versicherungsunterlagen ermitteln und meist übernehmen. Nicht übernommen werden kann der Wert bei einer Wohngebäudeversicherung, wenn zwischenzeitlich an der Immobilie Veränderungen durchgeführt wurden. Hierzu zählen Sanierungsmaßnahmen, Modernisierungsmaßnahmen oder einfach der Austausch bestimmter fest mit dem Gebäude verbundener Bestandteile und der Ersatz mit hochwertigeren Ausführungen. Insbesondre bei etwas älteren Immobilien sind hier die Türen und Fenster als häufige Veränderung zu sehen. Diese müssen bei der Neuermittlung des Wert von 1914 berücksichtig werden und gegebenenfalls auch bei einer bestehenden Wohngebäudeversicherung nachträglich gemeldet werden um den Versicherungsschutz und die Versicherungssumme an den neuen Wert anzupassen. Die Leistungen der Wohngebäudeversicherung werden nach den Grundleistungen und den erweiterten Leistungen unterschieden.

Erweiterte Leistungen und Zusatzbausteine

Die erweiterten Leistungen sind Bausteine, die als Zusatzmodule zu den bereits enthaltenen Grundleistungen integriert werden können und eine entsprechende Erweiterung des Versicherungsschutzes bedeuten. Gleichzeitig stellt die Erweiterung der Wohngebäudeversicherung um zusätzliche Deckungsbausteine in diesem Zug auch eine Beitragserhöhung aufgrund der Zahl der versicherten Risiken und der möglichen Versicherungsfälle dar. Die Grundleistung der Wohngebäudeversicherung besteht in der Erstattung und Regulierung von sogenannten Folgekosten aufgrund eines versicherten Ereignisses. Darunter fallen beim Grundumfang die Schäden durch Brand, Blitzschläge, Leitungswasser, Hagel und Sturmschäden. Weitere Leistungen und die Deckung von Folgekosten aus anderen Ereignissen sind in dem Grundumfang der Gebäudeversicherung nicht enthalten. Die Übernahme der Folgekosten aus den versicherten Ereignissen ist im Bereich der Gebäudeversicherung nicht zu unterschätzen. Die Folgeschäden aus einem versicherten Ereignis können weitere Beschädigungen und immense Kosten mit sich bringen. Denn die Leistung der Gebäudeversicherung in Form der Erstattung von Folgekosten beinhaltet auch die gesamte Wiederherstellung des Gebäudes in seinem ursprünglichen Zustand.

Übernahme von Folgekosten und mit dem Schaden einhergehende Aufwendungen

Daher zählen auch Entsorgungskosten, Reinigungskosten und ähnliche Aufwendungen dieser Art zu den erstattungsfähigen Kosten bei der Gebäudeversicherung. Die vollständige Zerstörung, der Totalverslust und die vorübergehende Unbewohnbarkeit einer versicherten Immobilie sind im Grundumfang der angebotenen Gebäudeversicherungen in Form der Kostenübernahme für einen Hotelaufenthalt gedeckt. Der Versicherungsnehmer oder aber die Bewohner der Immobilie erhalten eine Unterkunft in einem wohnortnahen Hotel. Die entsprechende Unterkunft und deren Ausstattung zu wählen ist dabei die Sache der Versicherungsgesellschaft. Einige grundlegende Angaben hierzu sind aber bereits den Versicherungsbedingungen zu entnehmen und unterscheiden sich anbieterabhängig. Die Wohngebäudeversicherung als grundlegende Versicherungspolice beinhaltet umfassende Kostenerstattungen und Aufwandsübernahme bei den versicherten Ereignissen. Darüber hinaus sind die jeweils aus dem Schadensbild resultierenden Folgekosten und finanziellen Aufwendungen in der vereinbarten Versicherungssumme enthalten. Nicht aber abgedeckt sind in der Grundpolice der Wohngebäudeversicherung die sogenannten Elementarschäden. Hierbei kann direkt beim Antrag auf die Wohngebäudeversicherung eine entsprechende Erweiterung erfolgen. Die Wohngebäudeversicherung mit dem Zusatzbaustein der Elementarerweiterung oder der Elementarschadenversicherung wird von allen Anbietern offeriert, die auch die kombinierte Standardgebäudeversicherung in ihrer Produktpalette führen. Generell aber gelten Elementarschäden über die Wohngebäudeversicherung nicht als ausreichend abgedeckt, wenn nicht gesondert in den Versicherungsbedingungen eine beitragspflichtige Elementarerweiterung vereinbart wurde. Wird die mit einer Gebäudeversicherung belegte Immobilie durch einen Elementarschaden beschädigt oder im schlimmsten Fall vollständig zerstört, dann fällt dies nicht in den Grundleistungen der Versicherungspolice. Nur wenn die Elementardeckung vorhanden ist, ist der Versicherungsnehmer auch bei dieser Art von Schäden auf der sicheren Seite und kann die finanzielle Unterstützung der Versicherung in Anspruch nehmen.