Elementarversicherung ohne Selbstbeteiligung

Unabhängig von der Versicherungsgesellschaft und der Art der Versicherung besteht fast immer die Möglichkeit, eine Selbstbeteiligung im Schadensfall zu vereinbaren. Dieses Vorgehen ist sowohl bei Sachversicherungen aller Art als auch bei Personenversicherungen möglich. Im Bereich der Personenversicherungen findet man häufig eine eigene Beteiligung bei den Krankenversicherungen und den Zusatzversicherungen für Auslandsaufenthalte. Im Bereich der Sachversicherungen ist die eigene Beteiligung bei Eintritt eines versicherten Falles und der Inanspruchnahme der Versicherungsleistung sogar eine Pflichtvereinbarung. Häufig kann man die verpflichtende eigene Beteiligung im Schadensfall bei den Teilkasko- und Vollkaskoversicherungen für Kraftfahrtzeuge aller Art finden. Bei einigen Sach- und auch Personenversicherungen kommt der Versicherungsnehmer um die Selbstbeteiligung nicht herum, da die versichernde Gesellschaft diese aufzubringenden finanziellen Mittel im Schadensfall fordert und dies bereits in den Versicherungsbedingungen festhält.

Beitragsreduzierung durch Selbstbehalt

Bei den angebotenen Wohngebäudeversicherungen und Hausratversicherungen mit der erweiterten Deckung und der Kostenübernahme bei Eintritt eines Elementarschadens hat der Besitzer der Immobilie bei fast allen Versicherungsgesellschaften die Wahl ob er eine eigene Leistung bei Eintritt des elementaren Ereignisses erbringen kann und will. Die Versicherungsgesellschaften und die unabhängigen Versicherungsmakler bieten hier sogar in erster Linie die Elementarversicherung ohne Selbstbeteiligung an. Die Beiträge zur Elementarversicherung sind aufgrund des errechneten Gebäudewertes, der Risikoeinstufung anhand des Zonierungssystems für Überschwemmung, Rückstau und Starkregen sowie der klaren Einordnung in die Gefährdungsklasse der Bauart in erster Linie risikobezogen und fair für alle Versicherungsnehmer.

Einheitliche Berechnungsgrundlage „Wert 1914“

Gleichzeitig bedeuten diese einheitliche Behandlung der Risikoklassen und die einheitliche Berechnung des sogenannten Werts 1914 aber nur noch einen sehr geringen Spielraum bei der Gestaltung des Beitrages zur Elementarversicherung ohne Selbstbeteiligung. Die Einstufungen in die jeweiligen Risikoklassen und die geographische Risikoklassifizierung sind verbindlich und nicht beeinflussbar. Ebenso ist der Wert des zu versichernden Gebäudes nicht beeinflussbar, da dieser nach dem einheitlichen Berechnungsschema ermittelt wird und dann zur Festlegung der Versicherungssumme für die Elementarversicherung mit und ohne Selbstbehalt dient. Wenn eine Immobilie oder ein Wohngebäude einen entsprechend geringen wert aufweist, dann muss die Versicherung im Schadensfall einen geringeren finanziellen Aufwand betreiben und kann daher die Beiträge niedriger ansetzten. Wer aber nun meint, er könnte den Wert seiner Immobilie senken und so die Beiträge sparen, der ist auf dem Holzweg. Unabhängig davon ob es sich um eine Elementarversicherung ohne Selbstbeteiligung oder mit eigener Beteiligung im Schadensfall handelt führen eine falsche Wertangabe und somit eine Unterversicherung des Gebäudes zu erheblichen Schwierigkeiten bei der Inanspruchnahme der Versicherungsleistung nach einem eingetreten Elementarschaden. Vereinfacht ausgedrückt ist die Vereinbarung einer eigenen Beteiligung im Schadensfall aufgrund des komplexen aber einheitlichen Systems zur Beitragsberechnung und der verbindlichen Einstufung in die Risikoklassen in Bezug auf den Standort und die Bauart die einzige Möglichkeit, den zu entrichtenden Versicherungsbeitrag noch etwas nach unten anzupassen. Wenn dieser einmal berechnet ist, kann die Vereinbarung zur einer eigenen Beteiligung angefragt und unter Umständen unterzeichnet werden. Klar muss hier aber sein, dass eine Elementarversicherung ohne Selbstbeteiligung zwar einen höheren Beitrag fordern wird, aber sich im Endeffekt aufgrund der hohen eigenen Beteiligung im Schadensfall durchaus rechnet.

Eigene Beteiligung und Beitragsänderung vorab vergleichen

Die Beteiligung bei einer Elementarversicherung durch den Versicherungsnehmer wird in der Regel bei einem Betrag ab 1.000 Euro liegen. Unabhängig von der Art des elementaren Schadens und dem Gesamtschadensbild muss dann die Selbstbeteiligung in voller Höhe geleistet werden. Einige Versicherungsgesellschaften bieten daher generell nur eine Elementarversicherung ohne Selbstbeteiligung an. Wünscht der Immobilienbesitzer die eigene Beteiligung im Schadensfall, dann liegt der Betrag zwischen 1.000 Euro und kann hier auch bis zu 10.000 Euro pro Schadensfall betragen. Letztendlich wird die Beitragsanpassung durch die Vereinbarung einer eigenen Beteiligung aber nicht die Summen ausmachen, die die Forderung durch die Versicherung im Schadensfall erreichen wird. Generell ist es hier ratsam, die Beitragsersparnis bei Vereinbarung der eigenen Beteiligung zu errechnen und dies mit der Höhe der Selbstbeteiligung zu vergleichen. Abhängig von der Versicherungsgesellschaft kann sich bei einer Elementarversicherung mit eigener Beteiligung die Ersparnis erst nach mehreren Jahrzehnten Schadensfreiheit überhaupt zeigen. Für Versicherungsnehmer empfiehlt es sich stets, den leicht erhöhten Beitrag in Kauf zu nehmen und aufgrund der hohen Schadenssummen und der hohen finanziellen Kosten nach einem Elementarschaden die Wohngebäudeversicherung mit Elementarschadendeckung und ohne eigene Beteiligung abzuschließen. Die eigene Beteiligung übersteigt meist die Einsparung der jährlichen Beiträge und verursacht hohe Kosten. Eine Elementarversicherung ohne Selbstbeteiligung wird von allen Versicherungsgesellschaften angeboten, die die Wohngebäudeversicherung in ihrer Produktpalette führen und für diese die Elementarerweiterung und den Einschluss von Elementarschäden akzeptiere.