Einordung in die Bauartklasse und Risikoeinstufung

Die Versicherungspolicen für die Hausratversicherung mit Elementardeckung und insbesondere die Gebäudeversicherung mit Elementar- und Elementarschadendeckung werden für jede Anfrage eines Immobilienbesitzers mit einem individuellen und genau abgestimmten Beitragssatz ermittelt. Beim Abschluss einer Wohngebäudeversicherung mit integrierter Elementarversicherung ist neben dem Zonierungssystem für Überschwemmung, Rückstau und Starkregen noch ein weiteres System zur Risikoklassenermittlung vorgesehen.

Einheitliches Klassifzierungssystem

Die zu versichernde Immobilie wird von jeder Versicherungsgesellschaft anhand eines in nahezu allen Punkten einheitlichen Systems zur Feststellung der Bauartklasse eingeordnet. Die letztendliche Klassifizierung richtet sich nach grundlegenden Gegebenheiten im Bezug auf die Substanz, die verwendeten Materialien und die Bedachung der zu versichernden Immobilie. Die Bauartklasse und die draus resultierende Einstufung in eine Risikoklasse sind dann von wesentlicher Bedeutung bei der Ermittlung des zu entrichtenden Beitragssatzes. Der Hintergedanke der Versicherungsgesellschaften bei der Feststellung der Bauartklasse und der folgenden Eingruppierung anhand einer Risikokennziffer ist denkbar einfach. Eine Immobilie mit einer massiven Bauweise und harten Bedachung trägt bei bestimmten Schadensfällen durch ein elementares Ereignis statistisch gesehen geringere Schäden davon oder wird nur sehr selten vollständig zerstört. Die Risikoklasse ist im Sinne der Versicherer mit dem Ausfallrisiko und deren Leistungspflicht verbunden. Je schlechter die Einstufung in der Bauartklasse erfolgt, desto höher ist das Risiko für die Versicherung dass bei einem Elementarschaden eine vollständige Zerstörung oder sehr schwerwiegende Beschädigung vorliegt.

Risikoermittlung und Beitragsanpassung

Für den Versicherungsnehmer bedeutet eine schlechtere Bauartklasse aufgrund der vorausgesetzten Faktoren einen sogenannten Risikozuschlag bei der Beitragsberechnung. Die Ermittlung der Bauartklasse und die Vergabe der Risikoziffer ist nach einem sehr einfachen System aufgebaut. Die Versicherungsgesellschaften verwenden bei der Wohngebäudeversicherung und bei der Elementarschadensversicherung in der Regel vier verschiedene Bauartklassen. Während Wohngebäude in der Bauartklasse 1 zum Regelbeitrag oder zu einem sehr günstigen Beitrag versichert werden können, ist die Einstufung in der Klasse 3 oder 4 mit einem Aufschlag verbunden. Selten entfällt ein Wohngebäude aufgrund bestimmter Vorgaben auch in die Bauartklasse 5. Für Gebäude dieser Art sind die Mehrzahl der Vergleichsrechner für die Wohngebäudeversicherung und die Elementarversicherung nicht ausgelegt. Wer eine Immobilie oder ein Wohngebäude besitzt, dass in die Bauartklasse 5 eingestuft wird, muss sich einzelne Angebote einholen und bei den anbietenden Gesellschaften der Gebäudeversicherung eine Anfrage stellen. Bei den Voraussetzungen für die jeweiligen Bauartklassen sind sich die Versicherungsgesellschaften und auch die Versicherungsmakler einig. Wer von einer Versicherung in eine beitragsintensive Bauartklasse eingestuft wird, der wird auch bei einer anderen Versicherungsgesellschaft bei der Einstufung keinesfalls besser wegkommen. Die einheitlichen Vorgaben bei der Bestimmung der Bauartklasse und der daraus resultierenden Risikoeinstufung des betreffenden Gebäudes sind für den Versicherungsnehmer aber vor allem in Bezug auf die Vergleichsmöglichkeit der angebotenen Gebäudeversicherung mit Elementardeckung und erweiterter Elementarschadensdeckung durchaus von Vorteil. Gleichzeitig aber bedeutet die einheitliche Einstufung in die Bauartklasse ganz klar, dass selbst bei einem intensiven Vergleich und der Einholung zahlreicher Angebote ein einmal berechneter Risikoaufschlag bei jedem Anbieter vorhanden sein wird und nicht zu umgehen ist.

Immobilien und Wohngebäude werden anhand der wesentlichen Merkmale der einzelnen Bauartklassen eingestuft. Hierfür verwenden die Versicherungsgesellschaften fünf verschiedene Klassifizierungen:

  • Bauartklasse 1 bei massiver Bauweise und einer harten Bedachung.
  • Bauartklasse 2 bei feuergefährlicherer Bauweise und einer harten Bedachung. Immobilien wie Fachwerkhäuser und Fertighäuser in Holzbauweise entfallen überwiegend in diese Gruppe.
  • Bauartklasse 3 für feuergefährliche Objekte mit einer harten Bedachung. Hierbei sind Fertighäuser aus Holz und Blockhäuser betroffen, wenn keine gleichzeitige feuerhemmende Ummantelung vorhanden ist. Ist dies der Fall, kann die Bauartklasse 2 in Frage kommen.
  • Bauartklasse 4 für alle Gebäude die in ihrer Substanz zwar den Bauartklassen 1 und 2 entsprechen, aber nicht über eine feste Bedachung verfügen. Dies betrifft alle Immobilien, deren Bedachung nicht ausschließlich aus Ziegel besteht. Als weiche Bedachung sind Holz, Stroh, Schilf oder aber Ried hinterlegt.
  • Bauartklasse 5 gilt für alle Gebäude, die in der Bauartklasse 3 eingestuft werden können und dabei gleichzeitig eine weiche Bedachung vorweisen. Die Bauartklasse 5 ist somit eine massive Anpassung der Gebäude aus Bauartklasse 3, wenn diese teilweise oder ganz mit weichen Materialien bedacht sind.