Elementarschäden in der Schweiz


Die innerdeutschen Versicherungsgesellschaften unterscheiden bei der Elementar- und Elementarschadenversicherung mit erweitertem Deckungsumfang die Art der versicherten und versicherbaren Schäden nur in sehr geringfügiger Form. Die Unterscheidung bei der Beitragsfestlegung und bei der Art der versicherbaren Schäden erfolgt für in Deutschland beantragte Policen der Elementar- und Elementarschadenversicherung mit erweitertem Deckungsumfang anhand der regionalbedingten Risikoklassifizierung, dem Zonierungssystem für Überschwemmung, Starkregen und Rückstaugefahr sowie der Bauartklasse des zu versichernden Gebäudes.

Kantonale Monopolstellung

In einigen Punkten deutlich unterschiedlich wird der Abschluss einer Elementar- und Elementarschadenversicherung mit erweitertem Deckungsumfang in der Schweiz gehandhabt. In der Schweiz ist die Elementar- und Elementarschadenversicherung mit erweitertem Deckungsumfang ein fester Bestandteil der für Wohngebäude abzuschließenden Feuerversicherung. In festgelegten Kantonen der Schweiz gibt es derzeit eine Monopolstellung bezüglich der jeweils gültigen Kantonalen Gebäudeversicherung. Wer ein Wohngebäude oder eine Immobilie in den Kantonen mit einer monopolisierten Gebäudeversicherungsgesellschaft besitzt, der muss seine Gebäudefeuerversicherung einschließlich der Elementar- und Elementarschadenversicherung mit erweitertem Deckungsumfang bei dieser Gesellschaft beantragen und abschließen.

Freie Wahl des Versicherers

Wer in einem in dieser Hinsicht freien Kanton ein Wohngebäude besitzt, kann und darf die Elementar- und Elementarschadenversicherung mit erweitertem Deckungsumfang bei der Versicherungsgesellschaft seiner Wahl abschließen. Hierbei kommen dann sowohl die namhaften Versicherungsgesellschaften als auch kleine Spezialversicherer für Gebäude- und Feuerpolicen sowie die unabhängig agierenden Versicherungsmakler als Anbieter der Elementar- und Elementarschadenversicherung mit erweitertem Deckungsumfang in Betracht. Betroffen sind von der Monopolstellung und der Verpflichtung zum Abschluss bei der dortig festgelegten Versicherungsgesellschaft die meisten Kantone der Schweiz. In der für die Schweiz angebotene Elementar- und Elementarschadenversicherung mit erweitertem Deckungsumfang sind unabhängig von der kantonalen Bindung oder der freien Wahl der Versicherungsgesellschaft stets alle neun für dieses Land klassifizierten Elementarereignisse und Elementarschadensbilder enthalten. Der Abschluss der Wohngebäude- und Feuerversicherung beinhaltet die in Deutschland gesondert verfügbare Elementar- und Elementarschadenversicherung mit erweitertem Deckungsumfang und kann nicht individuell an die Wünsche oder Bedürfnisse angepasst werden. Der Abschluss einer Versicherung gegen spezifisch festgelegte Elementarschäden ist ebenso wenig möglich wie der Ausschluss einzelner Elementarereignisse um den zu entrichtenden Beitrag zu reduzieren. Schäden durch einen Blitzschlag, Explosionen und Brände werden bei den in der Schweiz ansässigen Versicherungsgesellschaften nicht in der Verbindung mit den neun generell versicherten Ereignissen genannt. Dies beruht auf der Auslegung der Versicherungspolice. Diese ist nicht wie in Deutschland eine reine und gesonderte Elementarschadenversicherung, sondern eine Feuerversicherung mit einem erweiterten Deckungsumfang für die als solche eingestufte Elementarschäden und die daraus resultierenden Schadensbilder. Daher werden Beschädigungen und die vollständige Zerstörung durch einen Blitzschlag, die Brandschäden und die Folgeschäden sowie Explosionen mit einer Feuerentwicklung nicht in der Auflistung der versicherten Elementarschäden berücksichtigt. Das Element „Feuer“ ist bei den Schweizer Versicherungen über die Hauptpolice in Form der Gebäudefeuerversicherung oder Feuerversicherung für Wohngebäude enthalten.



In allen in der Schweiz angebotenen Gebäude- und Feuerversicherungen sind unabhängig vom Anbieter und vom Kanton stets neun Elementarereignisse und Elementarschäden abgedeckt:

  • Schäden durch Überschwemmung
  • Schäden durch einen Sturm, wenn dieser eine Geschwindigkeit von mindestens 75 km/h erreicht und in der nahen Umgebung weitere Sturmschäden entstehen
  • Schäden durch Hochwasser
  • Schäden durch Schneedruck und Lawinenabgänge
  • Hagelschäden
  • Schäden durch Erdrutsch und niedergehende Steinschläge